Controlling
Die Controlling-Ansicht (Menüpunkt Controlling, direkt unter weclapp) beantwortet die Frage: Was verdienen wir womit? Sie stellt die Verkaufserlöse der abrechenbaren Positionen unseren Einkaufspreisen gegenüber — pro Produkt (weclapp-Artikel) und pro Kunde, jeweils monatlich und jährlich getrennt (alle Beträge netto).
Datenbasis
- Gezählt werden nur Kunden mit aktivierter Rechnung (Schalter in der weclapp-Kunden-Zuordnung). Deaktivierte Kunden tauchen nicht auf.
- Verkaufsseite wie im Rechnungslauf: Preis-Override des Kunden vor kundenspezifischem weclapp-Preis vor Standardpreis; Menge aus Override sonst Snapshot; Extra-Artikel mit eigenem Einzelpreis oder Artikelpreis. Bei Kunden mit aktivem „Eine Rechnungsposition je Artikel" spiegelt die Marge die zusammengefassten Zeilen: Ein Pauschal-Artikel zählt seinen Festpreis einmal (die Kosten aller Teilnehmer laufen weiter), automatisch bepreiste Gruppen werden zur Summenmenge bepreist.
- Einkaufsseite — ALSO-Positionen: Für ALSO-Produkte ist der echte Abo-EK der Master: ALSO liefert je Abo den tatsächlichen Monats-Einkaufspreis inklusive Preisschutz; der Snapshot speichert ihn mit, und er ist die Kostenbasis der Margenrechnung (mengengewichtet, wenn mehrere Abos desselben Produkts verschiedene Preise tragen). Liefert ALSO zu einem Abo keinen Preis, greift der Listen-EK aus der hochgeladenen ALSO-Preisliste, aufgelöst über Service und Abrechnungsvariante. Der weclapp-EK dient dort nur noch dem Abgleich — ganz ohne ALSO-EK greift er wie unten.
- Einkaufsseite — übrige Positionen: Die EKs kommen aus den weclapp-Bezugsquellen der Artikel — die Bezugsquellen werden über ihre IDs nachgeladen, und je Artikel gilt die primäre Bezugsquelle (sonst die kleinste Positionsnummer). Innerhalb einer Bezugsquelle zählt nur die aktuell gültige Preiszeile (die Preishistorie und vorab angelegte Preise werden übersprungen), bei Staffelpreisen die kleinste Staffel. Die verwendete Quelle steht an jeder Produktzeile. Bei Extra-Artikeln lässt sich zusätzlich ein manueller EK je Position pflegen (im Extra-Artikel-Formular bzw. Bearbeiten-Dialog) — er überschreibt dort den Bezugsquellen-EK, etwa für Pauschalen ohne eigene weclapp-Bezugsquelle. Auch gemappte Positionen können je Kunde einen manuellen EK tragen („Pro-Kunde konfigurieren" → Positions-Dialog): Er schlägt als Kostenbasis sowohl den ALSO-Abo-EK als auch den weclapp-EK, und solange er gesetzt ist, überspringt das Preiserhöhungs-Radar die Position (die Marge folgt dem ALSO-Preis nicht mehr); der ALSO↔weclapp-Abgleich läuft als Datenpflege-Check weiter. Auf einer Rechnung erscheint der EK nie.
- €-Durchreicher (z. B. Azure-Verbrauch, manuelle €-Portale) sind Durchlaufposten: ihr Betrag wird separat ausgewiesen und fließt nicht in die Marge.
- Jährliche Positionen fakturieren nur im jeweiligen Stichmonat — die Jahres-Spalten nennen das gesamte jährliche Volumen.
Fehlende Preise
Fehlt ein Verkaufs- oder Einkaufspreis, wird nicht mit 0 gerechnet: Die betroffene Zeile zeigt „—" statt einer falschen Marge, und ein Hinweis nennt die konkreten Positionen — je Zeile Kunde, Artikel und ob der Einkaufs- oder der Verkaufspreis fehlt. So ist direkt sichtbar, wo nachzupflegen ist. Einkaufspreise pflegst du in weclapp am Artikel (Bezugsquelle → Einkaufspreis) — danach einfach „Aktualisieren". ALSO-Positionen bekommen ihren EK normalerweise automatisch aus den Abo-Daten; als Fallback hilft der Upload der aktuellen ALSO-Preisliste (beides greift ab dem nächsten ALSO-Snapshot).
Bedienung
Die Ansicht ist in vier Tabs gegliedert:
- Übersicht: die Summenkarten (Gesamt-Umsatz, -Marge und Marge in Prozent je Periode), klickbare Kennzahlen-Chips zu den Auffälligkeiten (bzw. ein grünes „Keine Auffälligkeiten ✓"), der Margen-Verlauf, die Veränderung zum Vormonat, das Konzentrationsrisiko, der Soll/Ist-Abgleich und die Cashflow-Vorschau.
- Auffälligkeiten (mit Zähler im Tab-Titel): die abarbeitbaren Listen — EK-Abweichungen, Verlust- und Null-Margen, Umsatzleckage und der Preiserhöhungs-Radar. Ist alles sauber, steht hier ein grüner Hinweis.
- Pro Produkt: Artikel mit EK-Quelle, Menge, Umsatz und Marge (monatlich/jährlich); sortiert nach Marge, Suche oben.
- Pro Kunde: Umsatz und Marge je Kunde; negative Margen sind rot markiert.
Oben rechts lädt „Export CSV" die Kerntabellen (Produkte und Kunden) als Datei herunter — siehe CSV-Export.
Umsatzleckage (geliefert, aber nicht berechnet)
Die Karte „Umsatzleckage" listet Snapshot-Mengen, die auf keiner Rechnung landen — als €-Betrag bewertet mit dem bekannten Verkaufspreis (Schätzung), größtes Leck zuerst:
- Komplette Kunden: Zuordnung vorhanden, aber Rechnung deaktiviert — oder Snapshot-Kunde ganz ohne weclapp-Zuordnung. Beheben in der Kunden-Zuordnung.
- Einzelne Positionen aktivierter Kunden: abgeschaltete Positionen, Positionen ohne Artikel-Zuordnung (ohne Preis, daher unbewertet) und Jahrespositionen ohne Stichmonat, die der Rechnungslauf sonst nie fakturiert.
Nicht jede Zeile ist ein Fehler — bewusst deaktivierte Kunden/Positionen bleiben einfach stehen. Die Liste macht nur sichtbar, was unberechnet bleibt und was es kostet.
Verlust- und Null-Margen
Die Karte „Verlust- und Null-Margen" ist das Gegenstück zur EK-Abweichungsliste auf der Verkaufsseite: alle Positionen, deren Verkaufspreis unter oder gleich dem Einkaufspreis liegt (Kostenbasis wie in der Marge: echter ALSO-EK vor weclapp-EK) — je Kunde und Artikel mit VK, EK und €-Effekt pro Periode, größter Schaden zuerst. Verkauf unter EK ist rot markiert, Null-Marge dezent.
EK-Abweichungen (ALSO vs. weclapp)
Sobald ALSO-EKs vorliegen, gleicht das Controlling sie mit den in weclapp gepflegten EKs ab:
- Eine Karte „EK-Abweichungen: ALSO vs. weclapp" im Tab „Auffälligkeiten" listet jede Abweichung als eigene Zeile (Artikel, Kunde, ALSO-EK, weclapp-EK, Differenz), größte Abweichung zuerst — die Abarbeitungsliste für die weclapp-Pflege. Dazu die Zähler, wie oft der EK identisch ist bzw. gar kein weclapp-EK gepflegt ist.
- Quickfix „EK übernehmen": Jede Abweichungszeile hat einen Button, der den ALSO-EK der Zeile direkt als weclapp-EK schreibt — nach einer Bestätigung mit beiden Werten. Geschrieben wird an die Stelle, aus der das Controlling den EK liest: die aktuell gültige Preiszeile der besten Bezugsquelle (Preishistorie und Staffeln bleiben unangetastet), sonst das EK-Feld am Artikel. Der Wert gilt in weclapp für den Artikel insgesamt — trägt ein anderer Kunde einen anderen preisgeschützten EK, bleibt dessen Zeile bestehen. Hat sich der weclapp-EK seit dem Laden der Ansicht geändert, wird nichts überschrieben, sondern zum Aktualisieren aufgefordert; jede Korrektur landet im Audit-Log. Danach „Aktualisieren" — die Zeile verschwindet aus der Liste.
- Dieselben Befunde stehen auch an der jeweiligen Produktzeile (Abweichung gelb, fehlender weclapp-EK dezent, Übereinstimmung mit grünem Haken).
- Da der ALSO-EK der echte Abo-Preis inklusive Preisschutz ist, sind Abweichungen echte Pflegefälle — auch bei preisgeschützten Bestandsabos. Ein Artikel kann allerdings je Kunde verschiedene preisgeschützte EKs tragen; ein einzelner weclapp-EK kann dann nicht alle treffen. Der Preisschutz steht in den Tabellen direkt daneben.
- Periodenbasis: Der ALSO-Abo-EK ist ein Monatswert. Nicht-monatliche Positionen — allen voran Prepaid-Jahresabos auf der Jahresrechnung — vergleichen deshalb auf ihrer Rechnungsperiode: der Monats-EK wird hochgerechnet (jährlich = ×12) und der Zeile steht der Zusatz „pro Jahr" (bzw. „pro Quartal"/„pro Halbjahr") an. So steht der ALSO-EK nicht als Schein-Abweichung neben dem weclapp-Jahres-EK. Dieselbe Basis gilt in der Margenrechnung, der Verlustliste und im Preiserhöhungs-Radar.
Preiserhöhungs-Radar
Preisgeschützte ALSO-Abos haben einen eingefrorenen Einkaufspreis. Läuft der Preisschutz aus, springt der EK auf den aktuellen Listenpreis — liegt der darüber, sinkt die Marge. Der Preiserhöhungs-Radar (Karte im Tab „Auffälligkeiten") macht diese kommende Belastung sichtbar, bevor sie eintritt:
- Je Kunde und Artikel eine Zeile — nur dort, wo der künftige Listen-EK über dem geschützten Ist-EK liegt (eine echte Erhöhung; Fälle, in denen der Listenpreis inzwischen gefallen ist, tauchen bewusst nicht auf).
- Mit Preisschutz-Ablaufdatum (frühestes zuerst; abgelaufen rot, Ablauf binnen 60 Tagen gelb), Menge, EK jetzt → EK künftig und den Mehrkosten pro Periode (Differenz × Menge). Oben rechts die Summe pro Monat/Jahr.
So lässt sich rechtzeitig gegensteuern — Verkaufspreis nachziehen, neu verhandeln oder das Renewal umstellen. Grundlage sind der gespeicherte Abo-EK und der Listen-EK desselben Snapshots; der Radar greift also, sobald beide vorliegen.
Preisschutz
Beide Tabellen zeigen den ALSO-Preisschutz: pro Produkt, welche Kunden Preisschutz haben, und pro Kunde, welche Artikel — jeweils mit Ablaufdatum. Abgelaufener Preisschutz ist rot, Ablauf binnen 60 Tagen gelb markiert; die Spalte sortiert nach dem frühesten Ablauf, sodass die dringendsten Fälle oben stehen. Datenbasis sind die gespeicherten ALSO-Abo-Stammdaten des letzten Snapshots; halten mehrere Abos desselben Produkts Preisschutz, gilt das früheste Ablaufdatum.
Margen-Verlauf (Monats-Ist)
Der nächtliche Snapshot friert das Controlling als Monats-Ist ein — Gesamtsummen sowie die Werte je Artikel und Kunde. Der laufende Monat wird dabei jede Nacht aktualisiert; der letzte Stand eines Monats bleibt als Historie stehen. Die Karte „Margen-Verlauf" unten in der Ansicht zeigt die eingefrorenen Monate mit Umsatz, Marge, Marge % und Durchlauf (ein * markiert Monate, die mit fehlenden Preisen eingefroren wurden — deren Marge ist unvollständig). „Jetzt einfrieren" stößt das Einfrieren manuell an, etwa direkt nach gepflegten Preisen.
Wichtig: Rückwirkend entsteht nichts — die Historie wächst ab Aktivierung. Monatsvergleiche („Marge Q3 vs. Q2") werden also mit jedem Monat aussagekräftiger.
Veränderung zum Vormonat
Die Karte „Veränderung zum Vormonat" in der Übersicht stellt den aktuellen (Live-)Stand dem eingefrorenen Monats-Ist des Vormonats gegenüber — umschaltbar pro Produkt oder pro Kunde, größte Margen-Bewegung zuerst:
- Δ Menge: wie viele Einheiten (Seats/Lizenzen) dazugekommen oder weggefallen sind. Da die Menge eine Momentaufnahme ist, vergleicht die Karte den heutigen Stand mit dem Monatsende des Vormonats.
- Δ Marge und Δ Umsatz (monatlich wiederkehrend): der €-Effekt der Veränderung — Mengenwachstum und Preisänderungen zusammen. Zuwächse grün, Rückgänge rot.
- Produkte bzw. Kunden ohne Vormonatszeile gelten als neu (kein Mengen-Delta, aber die volle Marge als Zuwachs).
Auch das wächst mit der Historie: Marge/Umsatz-Delta greifen, sobald ein Vormonat eingefroren ist, das Mengen-Delta, sobald der Vormonat die Menge trägt (ab der Version, die diese Karte einführt).
Konzentrationsrisiko
Die Karte „Konzentrationsrisiko (Top-Kunden)" in der Übersicht zeigt, wie stark der Umsatz an wenigen Kunden hängt — je höher der Anteil der größten Kunden, desto größer das Klumpenrisiko bei einem Absprung:
- Basis ist der Jahresumsatz-Run-Rate je Kunde (monatlich × 12 + jährlich); €-Durchreicher zählen nicht mit, weil sie kein eigener Umsatz sind.
- Die Kennzahl-Chips nennen den Umsatzanteil der Top-1 / Top-3 / Top-5 Kunden; auffällig hohe Anteile (Top-3/Top-5 ab 50 %) sind gelb betont.
- Die Tabelle listet die größten Kunden mit Umsatz p.a., Anteil, kumuliertem Anteil und Marge p.a. — so ist auf einen Blick sichtbar, ab welchem Kunden ein Ausfall wie viel Umsatz kostet.
Soll/Ist je Monat
Die Karte „Soll/Ist je Monat (Controlling vs. PRE-Rechnung)" in der Übersicht stellt dem erwarteten Monatsumsatz die tatsächlich erzeugten Rechnungen gegenüber — so wird sichtbar, wo der Rechnungslauf vom Controlling abweicht:
- Soll: der erwartete Monatsumsatz aus dem eingefrorenen Monats-Ist (Umsatz plus €-Durchreicher, denn die Durchlaufposten werden mitfakturiert).
- Ist: die Netto-Summe der real erzeugten monatlichen PRE-Rechnungen des Monats — die Beträge kommen live aus weclapp, also inklusive manueller Änderungen an den Entwürfen.
- Abweichung (Ist − Soll): Rundungsdifferenzen bis 1 € gelten als „passt" (grün). Darunter fehlt Umsatz gegenüber der Erwartung (rot), darüber wurde mehr fakturiert als erwartet (gelb) — beides ein Anlass zum Nachsehen.
- Rechnungen: wie viele PRE-Rechnungen in den Monat einfließen. Ein
*am Ist markiert Monate mit Rechnungen ohne abrufbaren Betrag (z. B. in weclapp gelöscht) — das Ist ist dann unvollständig.
Der Abgleich braucht beides: ein eingefrorenes Monats-Ist (Soll) und erzeugte PRE-Rechnungen (Ist). Es zählt nur der monatliche Anteil: Auf der zusammengeführten Monatsrechnung wird das Netto der angehängten nicht-monatlichen Positionen beim Erzeugen festgehalten und hier abgezogen — Intervall-Positionen laufen über ihren Stichmonat und würden das Monatsbild verzerren. (Dokumente aus dem früheren Schema „eine Rechnung je Periode" zählen wie bisher über ihre Abrechnungsperiode.)
Fakturierungs-Vorschau / Cashflow
Die Karte „Fakturierungs-Vorschau / Cashflow (12 Monate)" in der Übersicht zeigt, was in den nächsten zwölf Monaten voraussichtlich fakturiert wird — die Basis für eine grobe Umsatz-/Liquiditätsplanung:
- Wiederkehrend: die monatlich wiederkehrende Basis (Umsatz + €-Durchreicher) als heutige Run-Rate, in jedem Monat gleich fortgeschrieben.
- Jährlich: die Jahres-Positionen fallen in ihrem Stichmonat an — sie erscheinen als Spitze genau in dem Monat, in dem die Jahresrechnung läuft (hervorgehoben). Monate ohne Jahresrechnung zeigen hier „—".
- Summe: wiederkehrend + jährlich, also der voraussichtliche Rechnungsbetrag des Monats. Die Kennzahl-Chips nennen die monatliche Basis und das 12-Monats-Volumen (= Jahres-Run-Rate).
Das ist keine echte Prognose, sondern der heutige Stand in die Zukunft projiziert: Mengen- und Preisänderungen, Kündigungen und Neukunden sind nicht eingerechnet. Jahres-Positionen ohne Stichmonat fehlen bewusst — sie werden nie fakturiert und stehen stattdessen in der Umsatzleckage.
CSV-Export
Der Button „Export CSV" oben rechts lädt die Controlling-Kerntabellen als CSV-Datei zur Weiterverarbeitung in Excel herunter (controlling_JJJJ-MM-TT.csv). Die Datei enthält zwei beschriftete Abschnitte:
- Produkte: je Artikel Artikelnummer, Bezeichnung, EK und EK-Quelle sowie Menge, Umsatz, Kosten und Marge (monatlich und jährlich) und der monatliche Durchlauf.
- Kunden: je Kunde Menge, Umsatz, Kosten und Marge (monatlich und jährlich) sowie der monatliche Durchlauf.
Die Spalte „Marge unvollständig" ist mit ja markiert, wenn bei der Position ein Verkaufs- oder Einkaufspreis fehlt — die ausgewiesene Marge ist dann zu hoch. Exportiert wird der aktuell geladene Stand (Snapshot bzw. live). Die Datei trägt einen UTF-8-BOM, damit Excel die Umlaute korrekt erkennt.